Regeln, Reisen und Ref-Stories – unterwegs mit Patrick Greiner

Wer denkt, Schiedsrichter seien nur die, die pfeifen und Regeln durchsetzen, hat Patrick Greiner noch nicht kennengelernt. Der 36-Jährige bewegt sich mit seinem Einsatz längst auf internationalem Parkett. Dabei begann alles ganz unspektakulär: mit einem fehlenden Schiri.

Vom Freiburger Spielfeld zur EM

2012 startet Patrick seine Lacrosse-Reise in Freiburg im Breisgau. Das Team steht noch ganz am Anfang, doch der Wille ist gross, an der Liga teilzunehmen. Nur: Es fehlt an Schiedsrichtern. Also macht Patrick kurzerhand den Kurs – eigentlich nur, damit gespielt werden kann. Dass er schon bald mehr Zeit mit der Pfeife als mit dem Stick verbringen würde, war da noch nicht abzusehen.

Doch das Reffen liegt ihm: Schnell übernimmt er Verantwortung in der süddeutschen Region, pfeift alles, was sich bietet – Ligaspiele, Sommerturniere, Meisterschaften. Es folgen die Berlin Open, Playoff-Spiele, die L2-Lizenz und schliesslich die überraschende Nominierung für die Europameisterschaft 2016. Seitdem ist Patrick regelmässig bei internationalen Turnieren im Einsatz – von Europa bis Asien.

Eine erste Lektion in Sachen Schweizer Liga-Dynamik

Eines seiner ersten Spiele in der Schweizer Liga bleibt ihm dabei besonders in Erinnerung. „Olten gegen Bern, irgendwann 2016 oder 2015. Niemand hatte mir gesagt, dass die beiden sich nicht wahnsinnig gern haben“, erzählt er schmunzelnd. „Ich erinnere mich an sehr viele Flaggen – und eine Drei-Minuten-Strafe für den Trainer. In der Halbzeit.“ Heute lacht er darüber. Damals? Vielleicht nicht ganz so sehr.

Zurück in der Heimat – mit Fokus Schweiz

Nach Jahren auf deutschen Feldern zieht es Patrick 2019 zurück in seine alte Heimat Lörrach. Lacrossetechnisch liegt die Schweiz näher – geografisch wie auch organisatorisch. Nach der Corona-Pause steigt er wieder ein, diesmal auch aktiv im Schweizer Verband. Sein Ziel: Schiedsrichter:innen ausbilden, fördern – und sie auf das Level bringen, auf dem er selbst seit Jahren pfeift. „Ich möchte helfen, dass wir bei EMs und WMs wieder Schweizer Refs sehen“, sagt er.

Dazu gehört auch die Förderung einer neuen Spielform: Sixes. Eine schnellere, kompaktere Variante des klassischen Lacrosse, die 2028 olympisch werden soll. Patrick hilft mit, das Format in der Schweiz zu etablieren – und bildet auch hier Schiris aus.

Ein volles Jahr – und ein grosses Finale

2025 ist für Patrick ein intensives Jahr: Er pfeift unter anderem bei Turnieren in Portugal, London, Norwegen, Deutschland und der Schweiz. Bern Open, Dreisamcup, nationale Meisterschaften – was auf den Spielplan passt, wird gepfiffen. „Ich habe mir schon im Winter eine Liste gemacht, mit allem, was ich pfeifen kann – egal welche Disziplin“, sagt er.

Die Belohnung: Bei der Europameisterschaft der Herren wird er für hochkarätige Spiele ausgewählt – und steht am Ende als Head Referee im Finale auf dem Platz. Ein Höhepunkt, der für sich spricht.

Und es geht weiter: Als nächstes reist Patrick nach Korea, wo er bei der U20-WM und einem Asia-Pacific U16-Turnier im Einsatz stehen wird.

Mit Haltung – und Humor

Ob Nairobi, Limerick oder Olten – Patrick bleibt gelassen. Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Regelkenntnis, Verlässlichkeit und feinem Humor, die ihn so erfolgreich macht. Und so steht er auch 2025 wieder da, wo er sich am wohlsten fühlt: mitten im Spiel, mit der Pfeife in der Hand – und dem Blick fürs Wesentliche.

Danke, Patrick – für deinen Einsatz auf und neben dem Feld.

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Head Referee Field     Patrick Greiner      headreferee@swisslax.ch

Head Referee Box     Yanick Baumann      headreferee-box@swisslax.ch

Head Umpire Field    Judith Schneider      headumpire@swisslax.ch